MONDAY, AUGUST 31, 2026|No. 13379
Technology · Heritage

Konrad Zuse Museum in Hoyerswerda Closes Due to Funding Shortfall

The Konrad Zuse Museum in Hoyerswerda, dedicated to the history of computing, has announced its closure due to persistent financial difficulties, marking a significant loss for technological heritage.

The Konrad Zuse Museum in Hoyerswerda, Germany, dedicated to the history of computing, has closed its doors.
The Konrad Zuse Museum in Hoyerswerda, Germany, dedicated to the history of computing, has closed its doors. · Photo by David Klein on Unsplash
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Außenansicht Zuse-Museum Hoyerswerda

AUDIO: Zuse-Computer-Museum in Hoyerswerda muss schließen (4 Min)

von Michael Bartsch, MDR Kulturdesk

Eine Gruppe älterer Ingenieure aus Dresden ist kurz vor der Schließung des Zuse-Computer-Museums (ZCOM) noch einmal nach Hoyerswerda gefahren. Sie haben damals beim DDR-Computerkombinat " Robotron " mit einigen der hier ausgestellten Exponate gearbeitet. "Es kann nicht wahr sein, dass das hier verschwinden soll", sagt einer von ihnen fassungslos.

Schwarz-Weiß-Foto von Konrad Zuse: Mann mit zurückgekämmtem weißem Haar und schwarzer Hornbrille sitzt vor einem Röhrenmonitor Konrad Zuse gilt als "Vater des Computers".

Trägerstiftung verkündet Ende des Computer-Museums

Seit die Trägerstiftung ZCOM am 1. Juli 2026 das Ende des Museums verkündet hat, fühlen offenbar viele wie diese Ingenieure. 3.600 Besucher wurden in diesen zwei Monaten gezählt, etwa ein Drittel der Gesamtzahl des Vorjahres. Die im Gründungsjahr 2017 angepeilten mindestens 30.000 Gäste jährlich und die damit verbundenen Einnahmen blieben indessen stets eine Illusion. "Wir sind keine Modellbauausstellung, wir sind ein Wissenschaftsmuseum", erklärt Fördervereinsvorsitzender Wolfgang Kunde. "Wir sind kein Erlebnisbereich, wir sind ein Bildungsstandort. Und Kultur und Bildung wird immer ein Zuschussbetrieb bleiben."

Wenn diese Ausstellung schließt und abgebaut wird, dann ist dieses Musem verloren, zerstört. Wolfgang Kunde, Vorsitzender des Fördervereins

Wolfgang Kunde, Förderverein Konrad-Zuse-Museum Wolfgang Kunde vom Förderverein sieht nicht mehr viele Chancen für das Zuse-Museum.

Das Museum befindet sich im Sockelgeschoss eines Plattenbaus am Rande der Hoyerswerdaer Neustadt und bildet die Entwicklung des Computers von den Anfängen bis heute ab. Als Zuses Vermächtnis sieht Kunde, "dass er die gesamte Rechner-Architektur, so wie sie heute noch gültig ist, aufgestellt hat."

Konrad Zuse

Konrad Ernst Otto Zuse wurde 1910 in Deutsch-Wilmersdorf geboren. 1923 zog er mit seiner Familie nach Hoyerswerda, wo er später sein Abitur ablegte. Bereits als Jugendlicher tüftelte Zuse an Erfindungen. 1941 baute er mit dem "Z3" den ersten funktionierenden Computer der Welt.

Den größten und einmaligen Schatz des Museums sehen Besucher der tausend Quadratmeter großen Ausstellungsfläche gar nicht. In den Kellerdepots hat der Förderverein 18.000 Geräte gesammelt. Hinzu kommt eine Fachbibliothek mit 6.000 Bänden. Eine Sammlung, für die es kein Lager gibt, wenn das Museum bis zum Jahresende komplett aufgelöst werden soll.

Blick auf den ersten Computer der Welt: Eine Tastatur mit weißen Knöpfen 1941 entwickelte Konrad Zuse den ersten funktionierten Computer, den "Z3" – hier im Nachbau.

Zähes Ringen um die Finanzen in Hoyerswerda

Schon 2025 hatte der Aufsichtsrat der städtischen Wohnungsgesellschaft, die das Museum beherbergt, dessen Schließung beschlossen. Sie gab 2017 das bescheidene Stiftungskapital für die tragende ZCOM-Stiftung und schoss jährlich 300.000 Euro für den Museumsbetrieb zu – bis der Aufsichtsrat meinte, in Krisenzeiten diese aufgabenfremde Kulturausgabe nicht mehr verantworten zu können.

Auch Oberbürgermeister Torsten Ruban-Zeh deutet an, dass dieses Konstrukt ein Geburtsfehler war. Man habe aus dieser Entscheidung gelernt. Auch das Neustadtforum sollte durch die Wohnungsgesellschaft betrieben werden. "Das war eines der ersten Dinge, die ich abgeschafft habe", so Ruban-Zeh.

Die Neustadt in Hoyerswerda Das Zuse-Museum gehörte bisher fest zur Neustadt in Hoyerswerda.

Im März 2026 hatte der Oberbürgermeister schon die breite Mehrheit des Stadtrates mit der Absicht hinter sich gebracht, ersatzweise den jährlichen städtischen Zuschuss auf 300.000 Euro zu erhöhen. Das hätte zusammen mit den 100.000 Euro des Kulturraumes und anderen Förderern den Jahresbedarf von einer halben Million Euro gedeckt. Doch dann überwarfen sich der Förderverein und die neue Museumsleiterin, sagt der Vorsitzende des Fördervereins, Wolfgang Kunde: "Ein Grund für die jetzt entstandene Lage ist die fehlende Kommunikation mit der ehemaligen Museumsleiterin."

ssp - Zuse Museum

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Hoffen auf einen Sponsor: Wie das Zuse-Computer-Museum Hoyerswerda die Schließung abwenden will

Daraufhin strich der Stadtrat Ende Juni mit ganz knapper Mehrheit auch noch den verbliebenen städtischen Zuschuss. Mitte Juli wurde mit einem anonymen Spender verhandelt, der einmalig 250.000 Euro geben wollte, aber Bedingungen stellte: Der bisherige Standort sollte erhalten bleiben und die Museumskonzeption modernisiert werden.

Kulturelles Erbe steht auf dem Spiel

Es gibt zwar bereits ein neues museumspädagogisches Konzept, nur kein Geld für dessen Umsetzung. Eine Bitte des Fördervereins um 200.000 Euro Unterstützung wurde nach eigenen Angaben vom Sächsischen Kulturministerium ignoriert, obschon das Zuse-Museum 2017 den sächsischen Museumspreis erhalten hatte. Was macht die Stadt, die sich "Konrad-Zuse-Stadt Hoyerswerda" nennt, nun mit ihrem Ehrenbürger? Oberbürgermeister Ruban-Zeh beantwortet die Frage so: "Wir werden im Neustadtforum, was Ende diesen Jahres wieder ans Netz geht, einmal über Bilder, aber auch über Technik, aber nicht so viel, einfach Zuse gedenken."

Ein Handy liegt auf einer Laptoptastatur. Das Display zeigt das Google Logo

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Auch ein Verbund mit der ehemaligen Brikettfabrik Knappenrode wird erwogen. Damit wäre das Zuse-Computer-Museum immerhin Teil des Zweckverbandes Sächsisches Industriemuseum, worum es sich lange vergeblich bemüht hat. Fördervereinsvorsitzender Wolfgang Kunde winkt resigniert ab: "Wenn diese Ausstellung schließt und abgebaut wird, dann ist dieses Musem verloren, zerstört. Es braucht Jahre, bis man was Neues entwickeln würde." Und wer das dann bezahlen soll, sei die zweite Frage.

Quelle: MDR SACHSEN

Redaktionelle Bearbeitung: lm, sg

Dieses Thema im Programm:

MDR KULTUR | 31.08.2026 | 08:10 Uhr

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